Die Wirtschaftskrise ist hoffentlich eine vorübergehende Erscheinung, der Klimawandel dagegen wird bleiben. Und die Kosten steigen, je länger nichts unternommen wird.
Der Sonnenuntergang am Vorabend des Extremwetterkongresses war verheißungsvoll. Aber dann versuchte das Wetter, dem Kongresstitel Ehre zu machen: Nicht mal die Idee eines Lichtblicks am Himmel - stattdessen Schneeregen und kalter Wind!

Das eigentlich noch gar nicht eröffnete Klimahaus ist baubedingt noch etwas unterkühlt. Da aber das Themenspektrum riesig ist und neugierig macht, greift man zum Mantel und trotzt der Kälte. Vielleicht war das aber auch so vorgesehen - als erste Maßnahme gegen den Klimawandel...
Schon am ersten Tag standen 19 Themen auf der Agenda, von denen eines interessanter war als das andere: Kann eine japanische Metropole, die voll auf Photovoltaik setzt, ein Vorbild für Europa sein? Welche Bedeutung haben die Ozeane für das Klima und bei der Entstehung extremer Wetterereignisse? Gibt es bereits Ansätze, wie man mit Skipisten ohne Schnee umgeht? Wie verändern sich Flora und Fauna durch den Klimawandel?
Auf alle diese Fragen gibt es keine einfachen Antworten, aber sie liefern Ansätze zu einem besseren Verständnis der Problematik.
Der Kongress bringt viele interessante Informationen: Wer extremes Wetter wie einen Tornado beobachtet, kann dies in ein Meldesystem einbringen. Jede einzelne Meldung trägt dazu bei, das Gesamtbild extremer Ereignisse zu vervollständigen.
Die Abschmelzprozesse grönländischer Gletscher haben sich wesentlich verstärkt. So hat der Jakobshavn-Gletscher seine Fließgeschwindigkeit seit 2002 auf 40 Meter pro Tag verdoppelt. Das klingt wenig spektakulär, hat aber weit reichende Auswirkungen auf das Tempo, mit dem der Klimawandel voran schreitet.
Auch Schulklassen nehmen am Kongress teil, weil die Erwachsenen von morgen die Klimaänderung am stärksten beschäftigen wird. So gibt es immer mehr Schulprojekte, die sich mit dem Thema beschäftigen. Schüler berichten vom internationalen Klimacamp, das an Orten stattfindet, wo der Klimawandel schon offenbar wird: Auf Island konnten sie Schmelzwasserströme von Gletschern beobachten und haben für ihre jeweiligen Heimatländer Vorschläge für Klimaprojekte an Schulen erarbeitet - Praxis, die sich auszahlen wird.

A propos auszahlen: Ein Prozent des Bruttosozialproduktes der Bundesrepublik Deutschland, das sind 20 Milliarden Euro pro Jahr, würde es kosten, den Klimawandel zu bremsen. Es ist ein kleiner Betrag, gemessen an dem, was derzeit in der Wirtschaft an Geldsummen gehandelt wird.
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