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09. Februar 2010
 

Wetter

 
Blick in den Hörsaal des Klimahauses in Bremerhaven. Quelle: Inge Niedek
Blick in den Hörsaal des Klimahauses

Extremes Wetter kontra Wirtschaftskrise

Bericht vom Extremwetterkongress 2009 im Klimahaus in Bremerhaven

von Inge Niedek

Die Wirtschaftskrise ist hoffentlich eine vorübergehende Erscheinung, der Klimawandel dagegen wird bleiben. Und die Kosten steigen, je länger nichts unternommen wird.

 
 
 
 

Der Sonnenuntergang am Vorabend des Extremwetterkongresses war verheißungsvoll. Aber dann versuchte das Wetter, dem Kongresstitel Ehre zu machen: Nicht mal die Idee eines Lichtblicks am Himmel - stattdessen Schneeregen und kalter Wind!

 
Sonnenuntergang in Bremerhaven. Quelle: Inge Niedek
Inge Niedek
Abendstimmung in Bremerhaven

Das eigentlich noch gar nicht eröffnete Klimahaus ist baubedingt noch etwas unterkühlt. Da aber das Themenspektrum riesig ist und neugierig macht, greift man zum Mantel und trotzt der Kälte. Vielleicht war das aber auch so vorgesehen - als erste Maßnahme gegen den Klimawandel...

Japan als Vorbild für Europa?

Schon am ersten Tag standen 19 Themen auf der Agenda, von denen eines interessanter war als das andere: Kann eine japanische Metropole, die voll auf Photovoltaik setzt, ein Vorbild für Europa sein? Welche Bedeutung haben die Ozeane für das Klima und bei der Entstehung extremer Wetterereignisse? Gibt es bereits Ansätze, wie man mit Skipisten ohne Schnee umgeht? Wie verändern sich Flora und Fauna durch den Klimawandel?

Auf alle diese Fragen gibt es keine einfachen Antworten, aber sie liefern Ansätze zu einem besseren Verständnis der Problematik.

 

Gletscherschwund in Grönland

Der Kongress bringt viele interessante Informationen: Wer extremes Wetter wie einen Tornado beobachtet, kann dies in ein Meldesystem einbringen. Jede einzelne Meldung trägt dazu bei, das Gesamtbild extremer Ereignisse zu vervollständigen.

 

Die Abschmelzprozesse grönländischer Gletscher haben sich wesentlich verstärkt. So hat der Jakobshavn-Gletscher seine Fließgeschwindigkeit seit 2002 auf 40 Meter pro Tag verdoppelt. Das klingt wenig spektakulär, hat aber weit reichende Auswirkungen auf das Tempo, mit dem der Klimawandel voran schreitet.

Auch Schulklassen nehmen am Kongress teil, weil die Erwachsenen von morgen die Klimaänderung am stärksten beschäftigen wird. So gibt es immer mehr Schulprojekte, die sich mit dem Thema beschäftigen. Schüler berichten vom internationalen Klimacamp, das an Orten stattfindet, wo der Klimawandel schon offenbar wird: Auf Island konnten sie Schmelzwasserströme von Gletschern beobachten und haben für ihre jeweiligen Heimatländer Vorschläge für Klimaprojekte an Schulen erarbeitet - Praxis, die sich auszahlen wird.

 
Blick ins Klimahaus, das am 27. Juni 2009 offiziell eröffnet wird. Quelle: Inge Niedek
Inge Niedek
Blick ins "Klimahaus 8° Ost", das im Juni offiziell eröffnet wird
 

Teurer Klimawandel

A propos auszahlen: Ein Prozent des Bruttosozialproduktes der Bundesrepublik Deutschland, das sind 20 Milliarden Euro pro Jahr, würde es kosten, den Klimawandel zu bremsen. Es ist ein kleiner Betrag, gemessen an dem, was derzeit in der Wirtschaft an Geldsummen gehandelt wird.